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NPD floppt zum zweiten Mal

+++ Erneuter NPD-Aufmarsch kurzfristig abgesagt +++ 800 Menschen demonstrieren erneut gegen Nazis in Neumünster +++ 70 Antifaschist_innen kurzzeitig von der Polizei eingekesselt +++ NPD-Wahlkampfkundgebungen gefloppt +++ Wahlergebnis unter 1% +++

Kurzfazit:
Am Tag nach den erfolgreichen Protesten und der Verhinderung des angekündigten NPD-Aufmarsch am 1. Mai in Neumünster kündigte die neonazistische Partei an, am 5. Mai erneut in der Stadt demonstrieren zu wollen. Innerhalb weniger Tage organisierten das landesweite Antifa-Bündnis, das Bündnis gegen Rechts sowie die anderen Organisationen, welche auch schon am 1. Mai gegen die Nazis aktiv waren, erneut Infrastruktur und Gegenaktionen. Infotelefon und Ermittlungsausschuss nahmen wieder die Arbeit auf, es wurde zu einer zentralen Gegendemo mobilisiert und auch Blockadeaktionen wurden wieder vorbereitet.

Am späten Freitagabend stellte sich heraus, dass die NPD ihre Anmeldung für den Samstag zurückgezogen hat. Die Nachricht verbreitete sich langsam, doch viele Menschen fuhren trotzdem nach Neumünster um sicher zu stellen, dass die NPD ihre Absage auch einhält. Um halb Elf startete die vom Bündnis gegen Rechts initiierte Gegendemo am Gewerkschaftshaus mit ca. 800 Menschen. Die Stadt war voller Polizei, welche sich trotz der Absage der NPD an wichtigen Straßen und Punkten aufstellte. Etwa 70 Antifaschist_innen, die mit dem Zug aus Kiel anreisten und sich in Form eines spontanen Spaziergangs in Richtung Gewerkschaftshaus aufmachten wurden von der Polizei unter einer Brücke am Bahnhof eingekesselt. Nach einiger Zeit mussten die Antifaschist_innen in Zweiergruppen durch ein Polizeispalier gehen und wurden dabei abgefilmt, anschließend konnte die Gruppe sich der antifaschistischen Demonstration anschliessen. Es waren nur vereinzelt Nazis in der Stadt zu sehen. Außerdem gab es mehrere Ingewahrsamnsnahmen von Antifaschist_innen.

Damit wurde auch beim zweiten Anlauf nichts aus einer öffentlichen NPD-Aktion in Neumünster, bereits jetzt kündigt sie an, bald wieder in Neumünster aufmarschieren zu wollen. Bei der Landtagswahl am Sonntag bekam die neonazistische Partei im Land gerade mal 0,7% (9821 Stimmen) und hat damit auch wieder nicht die 1%-Hürde geschafft, die sie zur Parteienfinanzierung benötigt.

Presse: Kieler Nachrichten | shz 1/2

Erfolgreicher antifaschistischer & revolutionärer 1. Mai in S-H

revo

+++ 2000 Antifaschist_innen verhindern NPD-Demonstration in Neumünster +++ Bewegung, Blockaden und Angriffe im gesamten Aufmarschgebiet machen Naziroute unpassierbar +++ Kläglicher Versuch einer unangemeldeten Demo endet für 100 Nazis im Polizeigewahrsam +++ Antirassistische Spontandemo zum Abschiebelager am Haart im Anschluss an Antifa-Aktivitäten +++ Entschlossenen und solidarischen Zusammenspiel antifaschistischer Basisaktivist_innen ist erfolgreicher 1. Mai zu verdanken +++ 300 Teil­neh­mer_in­nen auf re­vo­lu­tio­nä­rer und an­ti­fa­schis­ti­scher 1. Mai-​Vor­a­bend­de­mo in Kiel +++
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Fotos der Nazis & Presseberichte

am boden

Fotos von der Nazidemo (mit besten Dank an die Antifa Koordination Lübeck)

Hamburger Abendblatt | Hamburger Morgenpost | Indymedia 1/2/3 | Junge Welt | Kieler Nachrichten (1/2) | kommunisten.de | Norddeutscher Rundfunk | Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag 1/2 | TAZ

Naziaufmarsch blockiert – angegriffen – verhindert!

+++ Antifaschistische Mobilisierung und Aktionen verdammt gut +++ Naziaufmarsch verhindert +++ Nazis werden eingekesselt, in Gewahrsam genommen und aus der Stadt eskortiert +++ 2000 Menschen setzen klares Zeichen gegen Nazis +++

>> Pressemitteilung

Erstes Kurzfazit:

Bis zu 2000 Menschen setzten heute in Neumünster ein deutliches Zeichen gegen Nazis. Der von der NPD als Wahlkampfabschluss angemeldete Aufmarsch konnte durch engagierte antifaschistische Interventionen erfolgreich verhindert werden.

Die Nazis sammelten sich am Hauptbahnhof und am Südbahnhof, eine Demonstration konnte weitgehend verhindert werden. Der größere Teil der Nazis stand eine Zeit lang im Schleusberg und dann auf dem Holsatenring.

Ein bunter Blumenstrauss aus Sitzblockaden, Demos, Kundgebungen und direkten Aktionen schuf eine unkalkulierbare und unübersichtliche Lage in der Stadt. Die mit den Zügen aus Kiel und Hamburg angereisten Antifaschist_innen sowie Gewerkschaftsaktivist_innen bewegten sich im Viertel und verstopften so mehrere wichtige Knotenpunkte der Naziroute und hielten die Polizei auf Trab. Ein Mensch seilte sich mit einem antifaschistischem Transparent über der Naziroute ab, Nazis am Südbahnhof wurden mit Steinen angegriffen.

Es gab kein Durchkommen für die Nazis zu ihrem Auftaktort: Ein spontaner Aufzug der Nazis wurde wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz von der Polizei unterbunden. Diese im Holsatenring stehende Gruppe wurde nach einiger Zeit in Gewahrsam genommen. Am Auftaktort brachen etwa 30 Nazis jegliche Aktion aufgrund von mangelnder Zahl und des fehlens ihres Versammlungsleiters ab.

Weiterhin sind noch vereinzelt Nazis unterwegs, sie werden aber gerade von der Polizei aus der Stadt verfrachtet. Zur Zeit zieht eine antifaschistische Spontandemo durch die Neumünsteraner Innenstadt.

Das Motto der Kampagne „They shall not pass! Naziaufmarsch am 1.Mai blockieren – angreifen – verhindern!“ konnte durch engagierte und motivierte Antifaschist_innen durchgesetzt werden. Einen fetten Respekt geht an alle Menschen, die auf unterschiedlichste Art und Weise den Naziaufmarsch unmöglich gemacht haben.

Was uns Mut und Kraft gibt ist, dass die Form der Basisorganisierung Früchte getragen hat und einmal mehr verdeutlicht werden konnte, dass Antifaschismus von unten und nicht durch imagebesorgte Stadtobere oder wahlkämpfende Parteien organisiert und getragen werden muss.

Der Wahlkampf der NPD war kaum wahrnehmbar: Plakate hingen nur kurz, es gab keine nennenswerten Aktionen der Nazis im öffentlichen Raum und jetzt noch ein verpatzter Aufmarsch. Der desolate NPD-Landesverband Schleswig-Holstein hat momentan große Schwierigkeiten überhaupt mal ein Fuß an Deck zu bekommen. Damit dies so bleibt, gilt es auch über den 1. Mai hinaus, antifaschistisch aktiv zu sein und den Nazis keinen Meter zu überlassen.

1. Mai-Vorabend-Demonstration mit 300 Teilnehmer_innen durch die Kieler Innenstadt

>> Pressemitteilung
>> Fotos der Demo auf Indymedia

Kurzbericht:

Unter dem Motto „GESCHICHTE WIRD GEMACHT – KAPITALISMUS ZU GESCHICHTE MACHEN!“ zogen heute bis zu 300 Menschen auf der revolutionären und antifaschistischen Vorabenddemo zum 1. Mai durch die Kieler Innenstadt.

Untermalt von einigen bengalischen Feuern, Böllern und sozialrevolutionären und antifaschistischen Parolen lief die Demo von der Holtenauerstraße durch die Kieler City bis zur Alten Meierei. In sechs verschiedenen Redebeiträgen wurde auf den krisenhafte Kapitalismus und die Möglichkeiten und Schwierigkeiten seiner Überwindung, Neonazis in Schleswig-Holstein vor und nach der Wahl, die rassistische EU-Flüchtlingspolitik, die Mitte Mai bevorstehenden Krisenproteste in Frankfurt und den 1. Mai als internationalen Kampftag der Arbeiter_innenbewegung für Würde und Emanzipation eingegangen. Der morgige Naziaufmarsch in Neumünster und die Gegenaktivitäten wurden auch ausführlich thematisiert.

Im Anschluss ließen sich noch viele Menschen im Garten der Alten Meierei nieder, genossen die VoKü und informierten sich über den aktuellen Stand zu den Antifa-Aktionen gegen den Naziaufmarsch in Neumünster. Zur Stunde läuft bei bester Stimmung der Tanz in den Mai in der gut gefüllten Alten Meierei.

Und für morgen: Von 13 bis 14 Uhr gibt’s den Stand zu den antifaschistischen Aktivitäten in Neumünster unter http://www.fsk-hh.org zu hören.

Radiointerviews

Der bevorstehende Naziaufmarsch am 1. Mai in Neumünster und die antifaschistischen Gegenaktivitäten waren gestern ausführlich Thema im AntifaInfo des FSK Hamburg. Die Sendung könnt Ihr hier nachhören. Desweiteren behandelte die letzte Ausgabe der LPG(A)Löwenzahn auf selbiger Frequenz bereits vor einer Woche die Vorabenddemo, was ihr hier nachprüfen könnt.

Feindsender hören!

Letzte Infoveranstaltungen & Anreisezeiten

Am Mittwoch finden in Ham­burg um 19 Uhr in der Roten Flora (Ach­idi-​John-​Platz 1) und um 18.30 Uhr in Neumünster in der AJZ (Friedrichstr. 24) weitere Infoveranstaltungen zu den Aktionen gegen den Naziaufmarsch in Neumünster statt, die letzten Infos gibt es dann im Anschluss an die Vorabenddemo am 30.4. in (bzw. vor) der Alten Meierei in Kiel.

Ebenfalls am Mittwochabend werden wir die Zeiten für die gemeinsamen Anreisen mit den Zügen aus Kiel und Hamburg bekannt geben.

Eine Aktionskarte und einen Überblick über alle Veranstaltungen in der Innenstadt gibt es jetzt bei den Aktionsinfos.

Aktuelle Situation #1

Wir möchten Euch dazu einladen, am 1. Mai mit uns zusammen gegen den Naziaufmarsch in Neumünster vorzugehen! Dafür organisieren wir gemeinsame Anreisen per Zug aus Kiel und Hamburg und möchten Euch bitten, die demnächst von uns veröffentlichten und beworbenen Anreisetreffpunkte- und zeiten (!) aus Kiel und Hamburg zu nutzen.

Momentan kristallisiert sich heraus, dass die Polizei die Bahnhlinie als „natürliche Trennlinie“ zwischen NPD-Demonstration und Gegenkundgebungen nutzen will. Die Nazis starten nicht wie zunächst angemeldet vom Kleinflecken, sondern sollen über den Postparkplatz aus dem Bahnhof geschleust werden. Danach soll es nach aktuellem Stand über Hinter der Bahn, Linienstraße, Wippendorfstraße, Goebenstraße, Roonstraße, Färberstraße zurück zum Postparkplatz gehen. Ihre Route ist dementsprechend komplett auf der Innenstadt-abgewandten Seite der Schienen gelegen. Wir bereiten uns auf mehrere mögliche Szenarien vor, da momentan noch unklar ist, wie die Situation vor Ort genau aussehen wird. Es wird momentan davon ausgegangen, dass die Nazis sich schon ab 11 Uhr am Neumünsteraner Bahnhof sammeln könnten. Das Ziel wird sein, mit möglichst vielen Aktivist_innen auf die Naziroute zu gelangen und diese zu blockieren. Blockaden werden vom Antifa-Bündnis beworben und verstärkt werden, achtet diesbezüglich auf aktuelle Ankündigungen in den kommenden Tagen und am 1. Mai selbst. Vor Ort wird es eine öffentliche Infostruktur (Twitter-Ticker und Infotelefon) und einen Ermittlungsausschuss geben.

Es gibt neben dem Antifa-Bündnis das schon lange bestehende „Bündnis gegen Rechts“ und den „Runden Tisch für Toleranz und Demokratie“, der sich extra anlässlich des Naziaufmarsches gegründet hat. Gewerkschaften, Vereine und Verbände sowie die Parteien haben in der gesamten Innenstadt Veranstaltungen angemeldet, auf der anderen Seite der Schienen. Nennenswerte Anlaufpunkte für Antifaschist_innen neben den gemeinsamen Bahn-Anreisepunkten sind die DGB-Demonstration um 1o Uhr vom Großflecken zum Gewerkschaftshaus und die Kundgebung mit „Laut gegen Rechts“-Konzert des VVN-BdA ab 10 Uhr in der Friedrichsstraße. Letztere ist ursprünglich für den Postparkplatz geplant und angemeldet gewesen, was jedoch von der Polizei nicht genehmigt worden ist, um den Nazis eine sichere Anreise gewährleisten zu können. Ausgerechnet in unmittelbarer Nähe der AJZ, die in der Vergangenheit immer wieder von Nazi-Angriffen betroffen gewesen ist, will die Polizei stattdessen temporär eine staatlich national-“befreite“-Zone durchsetzen.

Info-Telefon: 0174 / 857 68 39
EA (Ermittlungsausschuss): 0160 / 160 87 60

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Antifa rocks!